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QR-Wahnsinn

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Gestern poppten in meiner Wahrnehmung einige zusammenpassende Beiträge zum Thema QR-Codes auf, die (obwohl unabhängig voneinander) ein schönes Bild von der Verwendung von QR-Codes wiedergaben. Kurz zur Info: Was ist ein QR-Code?

Hier jetzt die auf den ersten Blick lustigen Einsatzmöglichkeiten, die eigentlich nur zeigen wie hilflos einige Medien und Werbungtreibende auf neue Technologien reagieren. Das Motto scheint zu sein: „Das will ich auch, das nutzen wir jetzt! – und das ohne Sinn und Verstand. Und meine Frau auch.“

1. WDR Markt vom 10. Januar 2012

Der WDR ist fortschrittlich, denn der WDR nutzt QR-Codes im Fernsehen. Gestern habe ich nebenbei Markt geguckt und plötzlich blenden die doch einen QR-Code unten rechts ins Bild ein. Für vielleicht 30 Sekunden. Der WDR denkt also, wir gucken Fernsehen mit unserem Smartphone in der Hand, immer bereit die QR-Code-Reader-App zu starten, vor den Fernseher zu springen und zu hoffen schnell genug den Code einzuscannen (Ich denke mal, dafür müsste man die Kamera schon so 20 cm bis 30 cm vor den Bildschirm halten), um dann… auf eine Internetseite zu kommen. Bitte! Dann blendet doch einfach eine kurze und merkbare URL ein und gut ist!

Leider gibt es die Sendung noch nicht in der WDR Mediathek, wenn sie online kommt, werde ich einen Link nachreichen.

2. Werbung auf einer Fußballbande (via @Kappi_J @flovoss)

(Bild von @flovoss)

– ohne Kommentar –

3. Zum Glück wurde auch dieses gute Video gepostet, dass sich einfach mal jeder angucken sollte, bevor er über QR-Codes nachdenkt. Wichtig ist ja: QR-Codes können gut und richtig sein. Aber nur, wenn man sich vorher Gedanken gemacht hat und dann etwas sinnvolles dabei raus gekommen ist. Hier jetzt das Video:

Scott Stratten’s UnMarketing Keynote at the NAMP conference, discussing QR Codes and the problem with them.

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Facebook Privatsphäre: Keine Panik

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Da ich weiß, dass viele meiner Freunde und Bekannten Facebook nutzen und sich nicht so sehr mit der Thematik auseinandersetzen wie ich, habe ich mich jetzt doch entschieden einmal kurz und bündig zu erklären, wie ihr verhindern könnt, dass Unbekannte etwas von euch lesen. Dann kann ich einfach hierher verlinken und muss nicht immer alles erklären.

Dabei kommt es entgegen der Warnungen, die sich im Umlauf befinden, nicht auf die Abonnierfunktion an, sondern einzig und alleine auf das Verhalten und die Einstellungen des Nutzers.

 

Fall 1: Unbekannte können sehen, was ich bei „Status aktualisieren“ einstelle.

Hier kommt es auf eure Einstellung an. Links neben dem Feld „Posten“ könnt ihr diese verändern. Wenn ihr hier „Öffentlich“ einstellt, dann können auch Fremde diesen Status lesen. Also darauf achten, was hier eingestellt ist. Über „Benutzerdefiniert“ könnt ihr sogar nur ganz bestimmten Freunden oder Listen etwas zeigen oder bestimmte Personen ausschließen.

Facebook Privatsphäreeinstellungen beim Status Posten - Screenshot

Diese Einstellung könnt ihr neuerdings sogar noch nachträglich ändern indem ihr bei euren Status oben rechts das kleine Symbol anklickt:

Facebook Privatsphäreeinstellungen nachträglich ändern

Der Spezialfall „öffentliche“ Posts: Wenn ihr früher öffentlich gepostet habt, hat die Öffentlichkeit außerhalb eures Freundeskreises normalerweise nichts davon mitbekommen. Jetzt können Fremde euch abonnieren (wenn ihr es zulasst). Dann sehen sie eure öffentlichen Status (und nur die!) in ihrem Newsfeed. Dank dieser Abonnierfunktion könnt ihr jetzt zum Beispiel den öffentlichen Meldungen von Mark Zuckerberg folgen ohne sein Freund seien zu müssen.

 

Fall 2: Ein Freund postet an eure Pinnwand und das sehen auch fremde Personen in ihrem Ticker

Das kann nur passieren, wenn ihr es erlaubt. Dafür geht ihr oben rechts im Menu auf „Privatsphäre“ und geht dort in den Unterpunkt „Funktionsweise von Verbindungen“. Dort gibt es den untersten Punkt „Wer kann Pinnwandeinträge von anderen Personen in deinem Profil sehen“ bzw. wenn ihr schon das neue Profil habt steht dort wie bei mir „Wer kann Beiträge von anderen Nutzern in deiner Chronik sehen?“. Wenn ihr hier „Öffentlich“ oder „Freunde von Freunden“ eingestellt habt, dann können Fremde sehen, was eure Freunde euch an die Pinnwand geschrieben habe.

Facebook Privatsphäre eigene Pinnwand

Ein Beispiel: Klaus hat bei der Option die Einstellung „Freunde von Freunden“ eingestellt. Wenn seine Freundin Petra ihm jetzt an die Pinnwand schreibt „Hi Klaus, du hast letzte Nacht deine Unterhose bei mir vergessen“, dann können alle Freunde von Petra diesen Beitrag lesen, egal ob sie mit Klaus befreundet sind oder nicht (sie sind ja Freunde von Klaus Freundin Petra). Auch andere „Freundesfreunde“ von Klaus sehen diesen Beitrag, wenn sie Klaus Pinnwand aufrufen.

 

Fall 3: Fremde Personen können sehen, was ich an die Pinnwand eines Freundes geschrieben habe.

Dieser Fall hängt eng mit Fall 2 zusammen. Wir wechseln die Rollen und werden zu Petra. Petra hat Klaus an die Pinnwand geschrieben. Da Klaus die Einstellung „Freunde von Freunden“ gewählt hat, können nicht nur alle Freunde von Klaus diesen Beitrag lesen, sondern auch alle Freunde von Klaus Freunden. Also zum einen auch zum Beispiel Max, den Petra gar nicht kennt, der aber ein Freund von Klaus ist und auch Andrea, die eine Freundin von Max ist – und im schlimmsten Fall die Chefin von Petra :-).
Petra selbst kann daran auch nichts ändern, denn wenn sie an eine Pinnwand schreibt, kann sie keine Privatsphäreeinstellung für diesen Post vornehmen. Die Hoheit über Klaus Pinnwand hat Klaus. Ihr könnt aber nach dem Posten an die Pinnwand gucken, wer euren Post sehen kann: Hinter der Zeitangabe ist ein kleines Symbol, wenn ihr mit der Maus über das Symbol fahrt, wird euch angezeigt, wer den Post lesen kann.

Facebook Privatsphäre Pinnwand nachträglich ändern

 

Wenn euch nicht gefällt, was ihr dort seht, könnt ihr euren Post nachträglich mit Hilfe des „X“ oben rechts löschen.

Facebook Privatsphäre Pinnwand Post löschen

Grundsätzlich ist also beim Schreiben an Pinnwände von Freunden Vorsicht geboten. Im Zweifelsfall kontaktiert den Freund lieber direkt per Nachricht, Telefon, SMS…

So, ich hoffe, dieser Blogpost hat euch geholfen. Wenn ihr noch Fragen habt: Mich anschreiben oder hier die Kommentarfunktion nutzen (Achtung: Die ist öffentlich, wir sind ja hier im Internet und nicht bei Facebook…). Und BITTE in Zukunft, wenn ihr Meldungen bekommt mit „Facebook ändert dieses und jenes um euch zu ärgern“ entweder kurz recherchieren (also zum Beispiel googlen oder hier vorbeigucken: https://www.facebook.com/fakepostings) oder jemanden Fragen, der sich auskennen könnte bevor ihr es allen euren Freunden weiterleitet. Danke!

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ZDF Zoom, ein Standesbeamter und der berühmte „rechtsfreie Raum“

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Neulich habe ich zufällig beim Zappen die ZDF Sendung Zoom mit dem Titel: „Hilfe ich bin nackt“ gesehen. Die Sendung zeigt alle möglichen Gefahren auf, die mit der Nutzung von sozialen Netzen und grundsätzlich des Internets zusammenhängen. Dabei wird zum Beispiel ein Bewegungsprofil eines Menschen erstellt und auch sonst alles recherchiert, was man auf legalem Weg über ihn herausfinden kann (es handelt sich dabei um Stylewalker, der sich in seinem Blog zu der Sendung äußert). Nach dem Beitrag wird es sicher wieder richtig viele Deutsche geben, die sich in ihrer Angst vor „Internet“ bestätigt fühlen. Dabei wird sehr viel meiner Meinung nach nicht ganz richtig dargestellt und totaler Unsinn einfach unkommentiert gezeigt:

So wird der Betreffende am Anfang via Facebook unter den Freunden der Redakteurin ausgewählt und schon kann der Experte sagen, wann er Geburtstag hat und wo er zur Schule gegangen ist. Oh Wunder! Er nutzt dafür einfach den befreundeten Facebookaccounts der Redakteurin, damit kommt der Experte natürlich gleich an Daten, an die er ohne diese Verbindung zumindest so leicht nicht gekommen wäre (ja nach Sicherheitseinstellung). Außerdem wird ein Bewegungsprofil erstellt, dass wohl „erschreckend“ seien soll. Da es offensichtlich aber hauptsächlich mit Hilfe von Foursquare und anderen Check-Ins erstellt wurde, ist es auch kein Wunder, dass so etwas möglich ist. Hier nutzt jemand ja bewusst einen Dienst, um mitzuteilen, wo er gerade ist. Das macht der Durchschnittsnutzer nicht. Trotzdem denkt der ZDF Zuschauer „aha, wer im Internet irgendwas macht, der kann jederzeit verfolgt werden“.

Der Höhepunkt der Sendung ist das Ende: Die Redakteurin geht zum Standesamt und möchte ihren Namen ändern. Begründung: Es stehe zu viel über sie im Internet. Daraufhin der Standesbeamte:
„All das, was sie mir jetzt gezeigt haben hat mit Internet zu tun. Internet ist ein rechtsfreier Raum. Das weiß auch jeder, der mit dem Internet zu tun hat. Und das bedeutet: Jeder betritt freiwillig diesen rechtsfreien Raum und ist letztendlich dann selber für sich verantwortlich.“

Unfassbar! Und dieser Unsinn wird dann auch noch von der Redaktion so stehen gelassen. Ein Standesbeamter ist immer eine Respektsperson, dem glaubt man. Und es läuft im ZDF, das ist ein seriöses Medium. Das Internet ist also rechtsfrei…. Mann muss es wohl leider immer wieder betonen, auch wenn es eigentlich selbstverständlich ist: Natürlich gelten alle Gesetze auch in Internet! Wie wäre sonst zum Beispiel Online-Handel überhaupt machbar? Warum berichten die Medien sonst über Urteile gegen Hacker? Warum wurde Kino.to geschlossen? Ist doch alles im rechtsfreien Raum – ist doch auch jedem klar….
Dieses Ende der Sendung schürt weiter eine Angst vor „Internet“. Statt sich offen mit den Chancen UND Risiken dieser neuen Technologie zu beschäftigen wird hier, auch vom ZDF, versucht mit Angst vor dem Unbekannten zu Punkten. Ein weiterer Tiefpunkt für unser „Hochtechnologieland“

Hier steht die Sendung, zumindest noch, in der ZDF Mediathek:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1359994/ZDFzoom-Hilfe%2C-ich-bin-nackt!

Weitere Meinungen findet ihr hier:
napfeblog – ZDFzoom: „Hilfe, ich bin nackt!“
Netzpolitik – Hilfe ich bin nackt

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Lokale Top-News

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Heute Morgen twitterte unser lokaler Radiosender mal wieder eine absolute Top-News an seine Follower:

Mal abgesehen davon, dass ich diese Anrede „Hallo, ich bin …“ schon schrecklich finde, muss man sich echt Gedanken machen, was in dieser Stadt so los ist, wenn Leute schon wegen eines Maikäfers beim Radio anrufen…
…und wenn der Radiosender das so interessant findet, dass er es auch noch über Twitter und Facebook verbreitet…
…und wenn dann bei Facebook auch noch (bis jetzt) acht Likes und vier positive Kommentare dabei rumkommen, tja dann hat der Sender wohl wider meiner Erwartungen einen Nerv getroffen.

 

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Wie komme ich als Student zur NEXT11?

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Wie schon mal erwähnt arbeite ich zur Zeit für die NEXT11 Konferenz. Diese wird am 17. und 18. Mai in Berlin zum Thema DATA LOVE stattfinden. Mehr Infos findet ihr hier: www.nextconf.eu

Die Konferenz ist nicht nur für Unternehmens-, Agentur- und Medienvertreter sowie Start-Ups interessant, sondern auch für Studenten. Als Student weiß ich natürlich, dass man im Studium eigentlich kein Budget für Konferenzen dieser Größenordnung übrig hat. Daher habe ich mal ein paar Möglichkeiten zusammen getragen, wie Studenten zur NEXT11 kommen können:

1) Ihr betreibt ein eigenes Blog. Wie ihr an ein Blogger Ticket kommt steht hier: Bloggers are welcome . Allerdings bin ich ehrlich: Ein kostenloses Blogger Ticket werden hauptsächlich Top-Blogger mit einer großen Reichweite und vor allem thematischer Relevanz bekommen.
Es gibt aber auch die Möglichkeit über eure Seite ein Ticket zu gewinnen, in dem ihr zum Beispiel ein Banner einbaut oder etwa zur NEXT11 schreibt. Hier steht alles genau erklärt.

2) Ihr gewinnt ein Studenten-Ticket von SinnerSchrader. Insgesamt 10 Tickets verlost der Veranstalter der NEXT11.

3) Ein weiteres Ticket verlost Be Berlin. Die Hauptstadtkampagne bietet sogar Anreise und Übernachtung inklusive. Diese Verlosung richtet sich aber eher an internationale Teilnehmer.

4) Es wird auch günstige Studententickets geben. Die genauen Preise und die Bedingungen werden in den nächsten Wochen veröffentlicht. Ich werde dann noch einmal darauf hinweisen.
UPDATE 14.03.2011: Alles zu den Studententickets für nur 90,- Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer und Shopgebühr) findet ihr hier: http://nextco.nf/i26fVz

Um immer auf dem neuesten Stand zur NEXT11 zu bleiben, werdet Fan der NEXT bei Facebook und/oder folgt @nextconf bei Twitter.

Wenn ihr kein Student seid empfehle ich euch schnell noch bei den Early Bird Tickets zuzuschlagen!

 

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„1984“ in der Version von 2011

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Im Jahre 1984, in einer Pause des Super Bowl XVIII strahlte Apple in Anlehnung an George Orwells Buch 1984 diesen legendären Spot aus:

Heute, im Jahr 2011 ist Apple längst nicht mehr der kleine bunte Player in der Welt der großen grauen Männer (wenn auch immer noch der Player der vieles revolutioniert). Längst ist Apple eine Supermacht, mit einem strikt geschlossenen System. Apple bestimmt, was der User sieht und was nicht, welche Anschlüsse er nutzen darf und welche nicht und Apple gehören die Daten der User.

Zeit einen neuen Spot zu drehen, dachten sich wohl einige Leute bei Motorola und so lief dieses Jahr beim Super Bowl XLV in einer Pause dieser Spot:

Ich finde den Spot von Motorola für das Xoom Tablet sehr gut. Bei Mobiflip enthält sich René Hesse, die Kommentatoren finde ihn eher mäßig. Was denkt ihr?


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Einen Blick auf das Wappen des SC Preußen Münster…

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…werfe ich in einem Gastbeitrag im Blog Logolook.de. Eigentlich war es nur ein Kommentar zu den Berichte des Bloggers André Paetzel (Twitter) über die aktuellen Logo- bzw. Wappenänderungen von Alemania Aachen und dem 1. FCK. Beide haben ihre traditionellen Wappen wieder eingeführt. Das hat der SC Preußen ja schon um die Zeit seines Vereinsjubiläums gemacht.

Den Kommentar hat Andre gleich mal zu einem Gastbeitrag gemacht. Ich freu mich und sage danke.


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Flattr und Kachingle – Geld ausgeben und verdienen mit Micropaymentsystemen

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Der folgende Artikel beruht auf meinen Überlegungen und auf nur sehr kurzer Recherche. Wenn etwas nicht stimmt, lasst es mich bitte wissen. Ich bin halt kein Qualitätsjournalist 😉


Gerade erreichte mich via Twitter eine interessante Meldung:


Die taz setzt also auf flattr. Zuvor gab es bei taz.de seit kurzer Zeit unter jedem Artikel den Aufruf doch bitte Geld zu überweisen, wenn einem der Artikel gefallen hat. Ich behaupte einfach mal: Das hat sich niemals gelohnt. Wer liest denn einen Artikel, öffnet dann sein Online Banking (oder geht besser noch in die nächste Filiale), setzt eine Überweisung auf, sucht/generiert eine TAN und überweist dann, sagen wir mal 50 Cent an die taz?
Richtig – so gut wie niemand.

Doch jetzt setzt die taz auf flattr, eines der beiden mir bekannten (es gibt sicher noch mehr) Micropayment Systeme. Das andere ist Kachingle und wird unter anderem vom Blog oko-bloko meines Bruders genutzt.

Beide funktionieren ähnlich mit einem kleinem, aber wie ich finde feinem Unterschied. Bei beiden meldet sich der Kunde an und zahlt monatlich Geld ein. Wenn der Kunde nun auf etwas in Internet stößt, was ihn interessiert dann kann er diesem Inhalt Geld zukommen lassen (solange dieser am selben System teilnimmt). Bei beiden Systemen kann man per PayPal einzahlen, bei Flattr gibt es mehr Möglichkeiten, bei Kachingle sollen diese noch kommen.

Die Unterschiede:
– Kachingle (Link zum Dienst)
Bei Kachingle zahle ich fünf Dollar monatlich ein. Wenn ich jetzt eine Seite interessant finde, dann klicke ich für die ganze Seite auf einen dort eingebauten Button (zum Beispiel das Blog oko-bloko). Jetzt „helfe“ ich dieser Seite. Jedes Mal, wenn ich nun auf dieses Blog gehe wird mein Besuch (pro Tag) gezählt. Am Ende des Monats werden alle Besuche von allen Seiten die denen ich helfe zusammengezählt und dann mein Geld proportional an Anbieter der Seiten verteilt. Von diesen Auszahlungen gehen Gebühren für PayPal und die Kachingle-Macher ab, auf der Homepage steht diese Gebühren machen ungefähr 20% aus.
(Sollte Infos nicht stimmen – bitte kommentieren!)

– Flattr (Link zum Dienst)
Bei Flattr kann ich selbst entscheiden wie viel Geld ich jeden Monat zur Verfügung stellen will (mindestens zwei Dollar). Auch hier bauen Websitebetreiber Buttons in ihre Seiten ein (siehe unter diesem Artikel oder bei taz.de). Wenn ich nun einen Artikel bei der taz oder einen Beitrag hier im Blog gut finde, dann klicke ich auf den Button. Hier unterstütze ich also nicht eine ganze Seite oder ein Blog mit jedem Besuch. Stattdessen unterstütze ich einzelne Inhalte. Ich kann auch Fotos, Bilder, Lieder von Bands oder Videos unterstützen. Am Ende des Monats wird dann zusammengezählt wie viele Inhalte ich unterstütze habe und wird mein Geld proportional auf die Anbieter der Inhalte verteilt. Bei Flattr werden gleich beim Einzahlen 10% Gebühren einbehalten.
Ein Beispiel: Du findest im Mai einen Artikel in diesem Blog, zwei Lieder einer Band und sieben Artikel bei der taz gut. Das heißt du unterstützt 10 Inhalte. Jeder Inhalt kriegt also ein Zehntel deiner 2 Dollar, also 20 Cent. Die taz bekommt also $ 1,40. Ich 20 Cent und die Band 40.

Flattr befindet sich zur Zeit noch in einer Art Testphase. Man kann sich nicht direkt anmelden, sondern nur auf eine Liste setzten lassen. Ich hab die Einladung dann allerdings keine 24 Stunden später im Postfach gehabt.

Ich sehe den Vorteil bei flattr, dass hier Inhalte und nicht Seiten belohnt werden. Vielleicht finde ich das Blog XYZ nur mittelmäßig. Einen besonderen Artikel finde ich aber klasse. Bei Kachingle wird jeder meiner Besuche auf XYZ mitgezählt, bei flattr kann ich den einen Artikel unterstützen, meine weiten Besuche bringen dem Anbieter nichts.

Gerade wenn Blogbeiträge nicht viel anderes sind als Wiederholungen von anderen Seiten kann ich auf die ursprüngliche Seite gehen und dort den Urheber belohnen.

Außerdem kann ich auch Videos, Musikstücke oder Podcasts und Fotos unterstützen.

Wichtig für beide Systeme ist, dass sich möglichst viele Leute anmelden um einerseits Geld zum verteilen, andereseits auch unterstützbare Inhalte zu generieren. Also nichts wie hin! Einen weiteren, guten Vergleich beider Systeme findet ihr bei neunetz.com.

So, wem dieser Artikel jetzt gefallen hat, der klicke bitte hier:

Edit: Hier der Beitrag im taz Hausblog zum Thema.

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Münsters Lokalzeitungen und ihr Westline

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Update 21.07.2015: Inzwischen hat sich viel verändert in der Münsterschen Medienlandschaft und Westline gibt es immer noch. Allerdings ist die Reichweite in Zeiten wachsender Online-Reichweiten weiter gesunken. Inzwischen liegt Westline deutlich außerhalb der TOP50 Nachrichtenseiten auf Rang 443 (AGOF). Und das vor fünf Jahren vorhergesagte mittelfristige Ende scheint jetzt zumindest für das Nachrichtenportal Westline auch zu kommen: Westline kündigt in den Fußballforen einen großen optischen wie inhaltlichen Relaunch an. In Zukunft wird das Portal sich nur noch auf den Fußball in Westfalen konzentrieren. Diese Konzentration auf die Kernkompetenz erscheint sinnvoll und ich wünsche Westline und dem Team viel Erfolg!

 

Ursprünglicher Text 08.03.2010:

In Münster konkurrieren sie, die der Aschendorff Verlag (Westfälische Nachrichten) und das Medienhaus Lensing (Münstersche Zeitung, Ruhr Nachrichten, Grevener Zeitung u.a.). Im Internet haben WN und MZ seit einigen Jahren eigene Auftritte. Doch vor mehr als zehn Jahre, als das Internet wohl noch eher eine Randerscheinung als die „Zukunft des Journalismus“ war, da haben sie zusammengearbeitet. Zusammen mit dem Medienhaus Bauer (Recklinghäuser Zeitung u.a.) starteten sie „Westline„. Hier laufen seit dem hauptsächlich die Artikel der verschiedenen Zeitungen online zusammen. Es gibt auch eine eigene Redaktion, die erst kürzlich zusammengestrichen wurde. Meiner Einschätzung nach ist der Hauptusermagnet das Fußballforensystem. Die Foren über den BVB, S04, Bochum und auch den glorreichen SC Preußen Münster sind seit langem eine feste Größe. Lange Zeit mit einer altmodischen Software und mit „harter Hand“ von der Redaktion betrieben, wurde das Westline-Forum des SCP zwar in der Münsterschen Fanszene auch oft belächelt, boykottiert oder beschimpft, ist aber bis heute trotz (von mir mitgegründeter Konkurrenz) die klare Nummer Eins. Erst vor kurzer Zeit gab es einen Relaunch der Seite und damit auch der Forensoftware auf einen aktuellen Stand der Technik.

Doch das alles scheint nicht zu helfen. Wenn die Verlage eigene Seiten betreiben, teilweise mit eigenen Foren und diese immer mehr ausbauen – was soll dann noch Westline? Wie lange werden die Verlage das gemeinsame Spiel noch spielen? Es scheint als könne oder wolle man auf die Klicks von Westline noch nicht verzichten, doch auch das ändert sich.

Die IVW hat gerade die Top-50 der Nachrichtenwebsites (Meedia.de) bekannt gegeben. Aufmerksam wurde ich darauf übrigens durch den Twitter-Account der MZ, der freute sich über den Platz 31 für das Medienhaus Lensing. Interessant ist aber Platz 46: Westline mit 330.594 Klicks weniger als im Vormonat. Das ist bei 1.007.598 Klicks insgesamt ein Verlust von knapp einem Viertel der Reichweite. Die IVW-Seite Meedia-Seite dazu:

Auch große Verlierer gibt es auf den Rängen 26 bis 50. Die WirtschaftsWoche büßte 10,4% ihrer Januar-Visits ein, die Abendzeitung 10,6% und westline, Angebot verschiedener Tageszeitungen, sogar heftige 24,7%.

Nun kann es sicher auch am Relaunch liegen, die neue Software führt vielleicht zu weniger Klickorgien. Visits sind wohl kaum die Währung der Zukunft, was Reichweiten im Internet angeht. Trotzdem kann der Verlust doch nicht nur an der neuen Technik liegen. In den Verlagen wird dieser Einbruch sicher auch wahrgenommen.

Und wenn die Verlage ihre Zeitung auch im Internet als starke Marken positionieren wollen, dann wird ihnen Westline als dritter (nimmt man echo-muenster.de hinzu sogar als vierter) Player immer im Wege stehen. Für die Leser ist das positiv: Warum soll er zum Beispiel auf die Preußenseiten der MZ oder der WN gehen, wenn er doch bei Westline auf einer Seite alle Artikel zusammengeführt bekommt (Siehe Montage, zum Vergrößern anklicken)? Gleiches gilt für die Lokalnachrichten. Für die Zeitungen ist das gefährlich. Auf einem „neutralen“ Portal nimmt der Leser viel schwerer wahr, von welcher Zeitung der gelesene Artikel kommt. Qualitätsunterschiede zwischen den Konkurrenten werden verwässert, Unterschiede gehen unter. Ein echtes Profil können sich die Zeitungen und ihre Redakteure nur auf der eigenen Seite schaffen.

Diese Kombination aus Einbruch der Klickzahlen und konkurrierenden Betreibern der Seite könnte das mittelfristige Ende des Portals bedeuten.